{"id":10727,"date":"2026-01-21T16:55:34","date_gmt":"2026-01-21T15:55:34","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.harald-bluechel.com\/?post_type=product&#038;p=10727"},"modified":"2026-05-15T17:15:27","modified_gmt":"2026-05-15T15:15:27","slug":"industrie-und-melodie","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/shop\/werke\/industrie-und-melodie\/","title":{"rendered":"Industrie und Melodie"},"content":{"rendered":"<p><strong>I<\/strong><br \/>\n<strong>ROTES QUADRAT AUF SCHWARZEM GRUND, geschrieben 1998:<\/strong><\/p>\n<p>Ich sass in meinem Studio und hatte eine Idee: Musik machen, die ich Ende der 70er \/ Anfang der 80er gerne ha\u0308tte machen wollen, aber nicht machen konnte, da die dafu\u0308r beno\u0308tigten Produktionsmittel fu\u0308r mich zur damaligen Zeit unerreichbar waren und nur in meinen Tra\u0308umen existierten.<\/p>\n<p>Es sollte Ru\u0308ckbesinnung, Neuverarbeitung und Hommage an das kulturelle Erbe vornehmlich in Deutschland entstandener elektronischer Musik der 70er Jahre werden. Ich richtete mir einen speziellen Arbeitsplatz ein, der nur mit diesen wundervollen Instrumenten dieser Epoche bestu\u0308ckt war und legte los&#8230;<\/p>\n<p>Ich nannte das Projekt in Anlehnung an den russischen Suprematismus und Konstruktivismus \u201eRotes Quadrat auf Schwarzem Grund\u201c. Es entstanden eine ganze Menge in sich abgeschlossene, elektronische Kurzgeschichten in Krautrocksprache:<\/p>\n<p>Sie handeln etwa von einer abenteuerlichen \u201eReise durch den Su\u0308den\u201c, dessen \u201eSonnenschein\u201c einen Mitteleuropa\u0308er durchaus zu einer verschrobenen Elegie hinrei\u00dfen lassen kann oder von dem Atomphysiker Wolfgang Pauli, dessen Schicksal es zu sein schien, da\u00df seine Versuchsreihen immer dann schief gingen, wenn er das Experimentallabor betreten wollte. Da gibt es sprechende Computer, die sich u\u0308ber den zeitgeistigen Lebensstil ihrer menschlichen Erfinder und Benutzer mokieren, Roboter, die in Maschinensprache singen oder in ihrer nicht-rostenden Ko\u0308rperlichkeit zeitu\u0308bergreifend Elektro-Boogie tanzen. Die Geschichten erza\u0308hlen von kindlichen Ausflu\u0308gen per Eisenbahn ins \u201eWunderland\u201c oder pathetischen in die \u201eSowjetunion\u201c&#8230; Sie entwerfen eine neue Tanzsuite fu\u0308r das \u201eTriadische Ballet\u201c des Dessauer Bauhauses oder beschreiben die spukhafte Atmospha\u0308re des Berliner S-Bahnknotenpunktes \u201eOstkreuz\u201c in einer du\u0308steren Novembernacht &#8230; durchzogen von Episoden des allta\u0308glichen Lebens wie \u201eErlebten Zufa\u0308llen der Gleichzeitigkeit\u201c, dem Aufstehen nach \u201eSchlechtem Schlaf\u201c, dem besseren Fernsehprogramm beim Blick ins \u201eAquarium\u201c, bis hin zur \u201ekleinen feinen Traumschleife\u201c als Mo\u0308glichkeit der Auszeit irgendwo und u\u0308berall &#8230;<\/p>\n<p><strong>II<\/strong><br \/>\n<strong>I certainly have experienced coincidences of a synchronistic nature<\/strong><\/p>\n<p>Die zwischen November 1997 und Januar 1999 entstandenen Stu\u0308cke des \u201eRoten Quadrats\u201c ho\u0308re ich heute als Fortsetzung und (Weiter-) Entwicklung von \u201e14 Pieces \u2013 selected Works\u201c, denn sie entstanden in einer ebenso spielerischen Atmospha\u0308re der inspirierten Leichtigkeit. Spannte ich bei \u201e14 Pieces\u201c einen sehr offenen stilistischen Bogen, so lag der Reiz beim \u201eQuadrat\u201c in der Konzentration auf eine einzige Klangvorstellung. Die Stu\u0308cke kommen nun als \u201eindustrie &amp; melodie\u201c mit einer \u2013 vernachla\u0308ssigbaren \u2013 Verzo\u0308gerung von sieben Jahren im Dezember 2006 heraus. Genau so, wie sie damals final abgemischt worden waren.<\/p>\n<p>i certainly have experienced coincidences of a synchronistic nature<\/p>\n<p>neunzehnhundertachtundsechzig neunzehnhundertundelf neunzehnhundertfu\u0308nfzig zweitausendzehn<\/p>\n<p>zeitroboter<br \/>\ngestern \u2013 heute \u2013 morgen zeitroboter<\/p>\n<p>zukunft zukunft zukunft<\/p>\n<p>die reise durch den su\u0308den<br \/>\ndie reise durch den sonnenschein<\/p>\n<p>ein luxusgut fu\u0308r jedermann. ein auto und<br \/>\ntv \u2013 programm.<\/p>\n<p>pauschalurlaub,<\/p>\n<p><strong>III<br \/>\nTexte<\/strong><\/p>\n<p>erlebnisraum.<br \/>\nper joystick in den cyber-traum.<\/p>\n<p>ein film beschreibt die wirklichkeit<br \/>\nin digitaler natu\u0308rlichkeit.<\/p>\n<p>vollkommen ist die illusion, durch marketing in perfektion.<\/p>\n<p>unsichtbare energien, austauschbare strategien.<\/p>\n<p>scho\u0308nheit, lust: berechenbar. alle tra\u0308ume werden wahr.<\/p>\n<p>er war ein extremer theoretiker, der von experimenten<br \/>\nwenig ahnung hatte.<\/p>\n<p>aber den merkwu\u0308rdigen effekt, immer, wenn er in ein experimentallabor reinkam, dann schienen die versuche fehl zu gehen&#8230;<\/p>\n<p>&#8230;<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8230;<br \/>\nscho\u0308nheit, lust: berechenbar. alle tra\u0308ume werden wahr.<\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eFamilienaufstellung\u201c \u2013 elektronische Musik<\/strong><\/p>\n<p>An vielen Stellen habe ich mich immer wieder auf das Protagonisten-Viereck bezogen, das mich in der Hauptsache dazu gebracht hat, selbst elektronische Musik machen zu wollen. Hier eine etwas aus-fu\u0308hrlichere \u201eFamilienaufstellung\u201c. Gerade aus dem Hintergrund von \u201eindustrie &amp; melodie\u201c wird nachvollziehbar, wie stark mich die Generationen 1 und 2 beeinflu\u00dft haben .<\/p>\n<p>Generation 1 ( zu Unrecht im Schatten des Vierecks Kraftwerk- TD &#8211; Sakamoto &#8211; Vangelis) :<\/p>\n<p>Can, Moebius, Roedelius, Cluster, Eno, Harmonia\/Michael Rother, Neu\/La Du\u0308sseldorf, The Residents, Yello, David Sylvian, Pinguin Cafe Orchestra, Pink Floyd<\/p>\n<p>Generation 2 (leider war ich noch zu klein, um damals schon mitspielen zu ko\u0308nnen&#8230;):<\/p>\n<p>Laurie Anderson, Goebbels-Harth, Der Plan\/Pyrolator, FSK, Heaven 17, DAF, Malaria, Die To\u0308dliche Doris, Tom Dokupil\/Siluetes 61, Holger Hiller, Reifenstahl, FM Einheit\/Neubauten, Tuxedo Moon, Material\/Bill Laswell, Talking Heads, Afrika Bambataa, Richard Kirk, A certain Ratio, The Human League, Art of Noise\/Trevor Horn, Joy Division\/New Order, Palais Schaumburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titeltrack ist musikalisch und textlich (&#8230;) vielleicht der beste Kraftwerksong aller Zeiten, der nicht von Kraftwerk stammt.<\/p>\n<p>Hauke Schlichting, Raveline 2\/07<\/p>\n","protected":false},"featured_media":10714,"template":"","meta":[],"artist":[565],"product_brand":[],"product_cat":[32],"product_tag":[],"class_list":{"0":"post-10727","1":"product","2":"type-product","3":"status-publish","4":"has-post-thumbnail","6":"artist-cosmic-baby","7":"product_cat-cd","9":"first","10":"instock","11":"taxable","12":"shipping-taxable","13":"purchasable","14":"product-type-simple"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product\/10727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product\/10727\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=10727"},{"taxonomy":"product_brand","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_brand?post=10727"},{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=10727"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.harald-bluechel.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=10727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}