Produktionszeitraum: Juli – November 1995
Veröffentlichungsdatum: Januar 1996, time out of mind records
CD und Doppel-Vinyl
Downloadveröffentlichung: 2006, time out of mind records mit bonus Track „Motorische Reflexe“
Composed, performed & produced by Cosmic Baby.
Mastered by Wolfgang Ragwitz at Artephon, Berlin.
Published by Cosmic Enterprises music & publishing GmbH.
Die EP „Kinetik“ ist der Abschluss meiner Werk-Trilogie als komplett unabhängiger Künstler. Dokumentierte „Stunde Null“ meine Begeisterung für klassische elektronische Musik (Pierre Schaeffer, Pierre Henry, Luciano Berio,…), so stand „14 Pieces“ für die Entwicklung neuer, alternativer Möglichkeiten zeitgemäßer elektronischer (Pop-)Musik. „Kinetik“ beschäftigte sich mit konkreter Clubmusik.
Die Stücke entstanden direkt nach der Heimkehr von Auftritten unter dem Eindruck der dort erlebten Realitäten. Stichworte: „Motorik“, „Schalldruck“, „Massen-Euphorie“, „Sinnesrausch“, „Hochgefühl“, „Erschöpfung“, „Leere“, „Reizüberflutung“, „Lebens-Elixier“, „Sex“, „Gemeinschaft“,…
„Floating Construction“ und „Melbourne, Mexico, New York“ würde ich als vollwertige Kompositionen bezeichnen, wobei das eine eher eine detailliert ausgearbeitete Konstruktionsstudie ist und das andere den lyrisch-emotionalen Aspekt der Internationalität zu transportieren versucht. Dem gegenüber steht „Gummitwist“ als reines Mix-Material. „Sexy Boots“ und „Ready“ liegen irgendwo zwischen „Stück“ und „Gebrauchsgegenstand“.
„Motorische Reflexe“ war das klangliche Gedächtnisprotokoll des Züricher „Energy-Raves“ nach der Streetparade im August 1995. Das Material ist im klassischen Sinne „drei-sätzig“ angelegt, beschränkt sich in seiner Durchführung auf die Urbausteine eines Tanz-Tracks: Rhythmus und Basslinie. Es stand auf dem original „Kinetik“-Tracklisting und wurde von mir in letzter Sekunde vor der Pressung aus der Kopplung heraus geworfen…
Nachdem Cosmic’s letzte Releases teilweise eher abstrakt und für manche Techno- Ohren wohl zu experimentell waren, versucht die neue Platte, diese innovative Energie auch auf den Dancefloor zu übertragen. Die CD macht diese Entwicklung mehr als deutlich, indem Dich die Kraft der Musik von Titel zu Titel stärker in Richtung Tanzflur treibt.
Dies ist der Cosmic, den ich vermißt habe, wir knüpfen an alte Erfolge an! Wunderschöne klare Sounds, Flächen, eben der alte Cosmic-Style. Mehr will ich nicht verraten, laßt Euch überraschen !!!!
Er verstörte nicht wenige Fans mit „Stunde Null“ – in weiten Teilen musikalische Grundlagenforschung: atonal, klangverliebt, nicht dance-floor kompatibel. Nach „Stunde Null“ erschien „14 Pieces“. Dieses Mal enttäuschte er diejenigen, die ihn auf dem reinen Weg der Experimentalmusik vermuteten: ein Album voll warmer Melodien und sanfter, aber fordernder Rhythmik. Mit „Kinetik“ nähert er sich wieder dem Dancefloor. Wie so oft: Wenn man glaubt, ihn in ein Schublädchen packen zu können, ist er schon weitergezogen.