1996.1

„Aus weitem zeitlichen Abstand betrachtet würde ich Miniaturen wie „halbdunkel“ und „Die Zauberflöte“ in die Reihe meiner besten Stücke einsortieren.

Harald Blüchel, Februar 2026

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Gedanken

Die äußerst guten Erfahrungen von 1995, dokumentiert in der Trilogie „stunde null“, „14 pieces“ und „kinetik“ bestärkten mich, diesen Weg des ungezügelten Spielens und ungeschliffenen Produzierens weiter zu gehen. Es entstanden im Jahr 1996 eine große Anzahl von neuen Aufnahmen.

Zufällig hörte ich letztens auf einer privaten iTunes-Wiedergabeliste das „14 pieces“- Schlussstück „Träume“ und direkt danach „blueberry seeds together“, das Startstück von „works 1996.1“. Es war die perfekte Fortsetzung! Ich konnte sofort meine Gedanken von damals nach-vollziehen: sich Musik vorzustellen als endloses –und intuitiv geflochtenes- Band von in Klänge transformiertem Leben. Zwischen „14 pieces“ und „works 1996“ gibt es keine offensichtlichen Zäsuren oder Brüche, sondern es sind weitergehende Auslotungen von bereits neu betretenen und doch noch unerforschten Bereiche zu hören.

Die Bestimmung „somnambul“ charakterisiert, was ich unter „unerforschte Bereiche“ damals inhaltlich meinen konnte: Thematisierung der Sphäre des „Geträumten“, Thematisierung der Steuerung der persönlichen Wahrnehmung durch das „Er-Träumte“. Der Versuch, die antizipierte „objektive“ Realität mit einer „subjektiven“ in Einklang zu bringen.

Die Strecke geht von hippie-esken Texturen („blueberry seeds…“, „nothing is real“) über surrealistische Traumdeutungen („kristallzug“, „la ciudad…“, „paranormal“ ) und eher dunklen Stimmungen („und ob ich schon wanderte im finsteren Tal“, „melancholischer Tag“) bis zu –im Jahr 1995 eher unterrepräsentierten- melodischen Miniaturen („MIR“, „halbdunkel“, „somnambul“, “die zauberflöte“, „soft parade“). Auffallend ist -aus weitem zeitlichen Abstand betrachtet- wie wenig „auskomponiert“ die Stücke sind. Mir genügte in dieser Zeit das Werk als Fragment.

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