Mein Leben – Hälfte 2

Das Gefühl, mich auf der Schwelle zu meiner zweiten Lebenshälfte zu befinden, gleicht dem Bild, auf dem Gipfel eines Berges zu stehen, dessen Ersteigung 42 Jahre gebraucht hat. Ich blicke auf die Landschaft meines bisherigen Lebens – es ist an der Zeit, die Summe meiner Erlebnisse & Erfahrungen den eigenen Erwartungen hinsichtlich meines Handelns nicht mehr vergleichend gegenüber zu stellen, sondern sie zusammen als die Basis für meinen weiteren Lebensweg zu akzeptieren. Meine Eitelkeit bestand niemals darin, auf das stolz zu sein, was ich gerade war, sondern war bestimmt von den Vorstellungen, wie ich sein wollte. Diese Sucht nach persönlicher Perfektion hatte immer zu tun mit den von mir unterstellten möglichen Erwartungen Anderer an mich: ich wollte so sein, wie ich glaubte, dass Andere es sich von mir wünschten.

Es besteht für mich kein Zweifel mehr daran, dass dies mein Leben über fast vier Jahrzehnte stark beeinflusste, ohne dass ich in der Lage gewesen wäre, seinen Ursachen ins Auge sehen zu können.